Penzberg, 11.09.2026 - Nach der anhaltenden Trockenperiode und einem außergewöhnlich hohem Trinkwasserverbrauch war die Wasserversorgung in Penzberg zuletzt stark angespannt. Nach den jüngsten Entwicklungen hat sich die Situation jedoch wieder verbessert. Aufgrund dieser Entwicklungen heben die Stadtwerke Penzberg die Allgemeinverfügung vom 13.08.2026 zur „Beschränkung der Wassernutzung“ zum 12.09.2026 wieder auf.
„Bedingt durch die bevorstehende Herbstzeit und die bereits merklich gesunkenen Temperaturen verlieren einige Beschränkungen z. B. das Befüllen von Pools oder das Bewässern von Rasen und Grünflächen an Relevanz. Die Beschränkungen in dieser Form weiter aufrecht zu erhalten, stehen nicht im Verhältnis zur erzielbaren Wirkung“, so Stadtwerke-Vorstand André Behre.
In der Verfügung war unter der Ziffer I.3 unter Vorbehalt bereits formuliert, dass die angeordneten Maßnahmen, insofern die Lage sich entspannt, ganz oder teilweise aufgehoben werden.
In diesem Zusammenhang wird das PiORAMA Familienbad teilweise wieder geöffnet. Das Lehrschwimmbecken, das Kinderbecken sowie das Sportschwimmbecken werden wieder in Betrieb genommen - so auch die Saunen. Der Infinitypool und die Reifenrutsche bleiben vorerst geschlossen. Damit soll einerseits ein möglichst zeitnahes Angebot für Badegäste, Schulen, Vereine und Kinder, die das Schwimmen lernen wollen, ermöglicht werden. Andererseits wird weiterhin ein Beitrag zum Wassersparen geleistet.
Die aktuellen Öffnungstermine, sobald bekannt, finden sich auf der Homepage unter www.piorama.de und auf der Stadtwerke Homepage unter www.stadtwerke-penzberg.de.
Gleichzeitig appellieren die Stadtwerke Penzberg eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, Industrie sowie Gewerbetreibende, weiterhin verantwortungsbewusst mit der natürlichen Trinkwasserressource umzugehen und den Verbrauch auf das Notwendigste zu reduzieren. Sollte sich die wasserwirtschaftliche Lage allerdings erneut verschlechtern oder sonstige Umstände eintreten, die die
öffentliche Wasserversorgung gefährden, behalten sich die Stadtwerke Penzberg vor, unverzüglich erneut erforderliche Maßnahmen zu erlassen.
Die Stadtwerke und die Stadt Penzberg danken den Bürgerinnen und Bürgern, Industrie sowie Gewerbetreibende für ihre Unterstützung und die in den vergangenen Wochen gezeigte Bereitschaft, den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren. Auch nach der Aufhebung der Allgemeinverfügung bleibt ein bewusster und sparsamer Umgang mit Trinkwasser erforderlich.
Rückblick: Höchstverbrauch während der Hitzewelle
Die seit Anfang Juli anhaltende Hitzewelle führte zu hohen Belastungen der Penzberger Trinkwasserressourcen. Am 04.08. und 05.08.2026 wurde ein Spitzenverbrauch von deutlich mehr als 8.000 m³/Tag gemessen. Zum Vergleich: Über das Jahr liegt der Durchschnittswert, laut Betriebsleiter des Penzberger Wasserwerkes, bei rund 6.000 m³/Tag. Diese Mehrbelastung von rund einem Drittel galt es auszugleichen. In Pressemitteilungen warnten die Stadtwerke Penzberg die Bevölkerung zunächst in Eigenverantwortung den Trinkwasser-verbrauch unmittelbar zu reduzieren.
Nachdem die erhoffte Reduzierung des Verbrauchs zunächst ausblieb, sahen sich die Stadtwerke Penzberg veranlasst, mit einer rechtsverbindlichen Allgemeinverfügung konkrete Verbrauchsverbote und Einschränkungen anzuordnen. Die Maßnahmen zeigten Wirkung – Der Wasserverbrauch konnte deutlich reduziert und damit die Wasserversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger gesichert werden.
Grundwasser braucht Zeit, um sich zu erholen
Trotz der positiven Entwicklung beim Trinkwasserverbrauch ist die Situation noch nicht vollständig entspannt. Der Grundwasserspiegel reagiert nicht unmittelbar auf sinkende Verbräuche oder einzelne Regenfälle. Gerade nach langen Hitze- und Trockenperioden benötigt das Grundwasser Zeit, um sich wieder zu regenerieren.
Hohe Temperaturen führen dazu, dass Böden stark austrocknen. Fällt anschließend Regen, wird ein Teil des Wassers zunächst benötigt, um die ausgetrockneten oberen Bodenschichten wieder zu durchfeuchten. Zudem wird Niederschlagswasser teilweise von Pflanzen aufgenommen oder verdunstet. Nur ein Teil des Wassers gelangt tatsächlich in tiefere Bodenschichten und trägt dort zur Grundwasserneubildung bei. Hinzu kommt, dass sich Niederschlagswasser je nach Bodenbeschaffenheit und geologischen Gegebenheiten nur langsam bis zu den Grundwasservorkommen bewegt.
„Die Verbrauchswerte haben sich zwar insgesamt auf niedrigerem Niveau stabilisiert, allerdings ist Wassersparen weiter notwendig. Im Sommer trägt ein Regen erst ab mindestens 20–30 mm (l/m²) pro Woche zur Grundwasser-neubildung bei. Deshalb sind die Temperaturen und die Niederschläge der nächsten Wochen signifikant entscheidend. Wirklich regulieren wird sich der Grundwasserspiegel voraussichtlich erst im Frühjahr 2027“, erklärt André Behre.
